Fährmann aus Brend kommt an die Saar


Fährmann aus Brend kommt an die Saar
Foto: Karin Nerche-Wolf Verbindungen: Frederic Ehlers und Martina Wegener holten den von Christian Remchen (links) geschaffenen Fährmann in Brendlorenzen ab.

Künstler Christian Remchen schuf die Figur des Völklinger Wahrzeichens.

 

Diesmal hat der Fährmann nicht seinen Kahn benutzt, um das andere Ufer zu erreichen. Für seine Fortbewegung stand ein motorisierter, vierrädriger Transporter zur Verfügung, der ihn aus der Künstler-Werkstatt von Christian

Remchen in der Hauptstraße in Brendlorenzen ins Saarland holte, damit er

dort in seiner wasserblauen Schönheit bewundert werden kann.

 

Eigentlich beginnt die Geschichte des Fährmanns ja schon vor vielen Hundert Jahren. Er soll in Werden bei Völklingen gelebt und noch vor jedem Brückenbau mit seinem Boot die Ufer der Saar miteinander verbunden haben. So gab es eine lebendige Verbindung zwischen Völklingen und dem heutigen Stadtteil Wehrden. An diesen Fährmann, der in der Überlieferung weiterlebte, erinnerte man sich jetzt im Zuge einer Stadtviertel-Sanierung. In einem groß angelegten Projekt wird das Gebiet der Rossel-Mündung umgestaltet. Für diese Aufgabe interessierte sich ein heimatkundlicher Verein, der einen Wettbewerb zusammen mit der Stadt Völklingen für die Studenten der Kunsthochschule Saarbrücken auslobte. Die beiden Studierenden Martina Wegener und Frederic Ehlers griffen die Idee auf, dass an der neuen Rossel-Mündung ein Symbol des Brückenschlags, der Verbindung zwischen Menschen, stehen sollte. Und da kam ihnen der alte Fährmann in den Sinn.

 

Sie suchten einen Künstler, der eine Figur von ihm nach ihren Vorstellungen schaffen könnte, und nutzten dafür natürlich die moderne Brücke des Internets. Dabei begegnete ihnen der Bad Neustädter Künstler Christian Remchen. Remchen, der aus Kasachstan stammt und seit 2007 an der Fränkischen Saale lebt, hat Architektur studiert und die alte russische Malschule durchlaufen – für den Völklinger Verein ein wichtiges Kriterium. Saubere Formen schwebten den Initiatoren vor, außerdem der Brückenschlag zu einer anderen Kultur. Anfang dieses Jahres stand dann der Auftrag und Remchen machte sich ans Werk. Innerhalb von zwei Monaten fertigte er aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff die dreieinhalb Meter hohe und über 100 Kilo schwere Fährmann-Figur, die ihre Auftraggeber restlos begeisterte. Selbst bei der Auswahl des Materials wurde eine Brücke geschlagen: Denn aus dem speziellen Kunststoff werden heutzutage auch leichte Boote gebaut, die dem legendären Fährmann sicher gefallen hätten. Ende April wird die Remchen-Figur ihren Platz an der Rossel-Mündung in Völklingen einnehmen.