Künstlerische Harmonie


Künstlerische Harmonie
Foto: Sietz

Kunst kennt kein Alter – Kunst ist Generationen übergreifend – Kunst verbindet. Die beiden Künstler Joachim Schild und Christian Remchen trennen 50 Jahre, aber ihre Werke, die noch den ganzen Mai in der Künstlervilla am Donsenhaug bestaunt werden können, ergänzen sich. Beide stehen auf die klassische Malerei der alten Schule.

 

Generationenübergreifendes Farbenspiel in Künstlervilla am Donsenhaug. Der 88-jährige Joachim Schild aus Bad Bocklet und der 38 Jahre alte Bad Neustädter Christian Remchen präsentieren einen Ausschnitt ihres künstlerischen Schaffen, von Ölbildern, Werken in Aquarell oder Skulpturen, bis Ende Mai in der Künstlervilla am Donsenhaug. Dabei unterstreichen sie eindrucksvoll mit ihrer Ausstellung, wie wichtig es ist, die malerische Traditionen zu bewahren und an die junge Generation weiterzugeben.

 

Joachim Schild fand seine große Leidenschaft, die Malerei, bereits in der Schule, als er mit einem Landschaftsbild seinen Lehrer zum Staunen brachte. „Er wollte mir gar nicht glauben, dass es von mir sei“, erinnerte sich der 88-Jährige aus Schlesien stammende, der das älteste Mitglied im Kunstverein ist. Ein perfekter Autodidakt. Interessante Motive fotografiert er heute vorm Fernseher ab und bringt seine Interpretationen dann auf die Leinwand. Genau 50 Jahre jünger ist Christian Remchen aus Kasachstan. Er wuchs dort in einer deutsch-russischen Familie und mitten in einem bunten Potpourri an Traditionen auf. Stets sei er auf der Suche nach dem „Was bin ich in dieser Welt“ gewesen. 2003 kam er dann nach Deutschland, vier Jahre später nach Bad Neustadt und 2013 trat er in den Bad Neustädter Kunstverein ein. Nun begeisterte er mit seiner ersten Ausstellung.

Es werden in einem fast alle Malrichtungen präsentiert. Von kleinen Schmetterlingen auf Glas, Miniaturen und Skizzen aus Bleistift oder Kugelschreiber und Bilder von früher bis hin zur visuellen Reise mitten hinein in unsere Milchstraße und das ganze in farbenprächtigen, leuchtenden Ölfarben.

 

Zwei Künstlergenerationen – ein roter Faden durch die klassische Malerei. Beim Rundgang muss man schon genau hinschauen, um zu erkennen, von welchem ausstellenden Schöpfer das Werk ist. Künstlerische Harmonie. Im Rahmen der feierlichen Vernissage begeisterten aber auch Zeichnungen und Aquarelle mit Motiven von und um Bad Neustadt, der Stadt mit Herz, aus der Rhön und aus ganz Deutschland und den Rocky Mountains. Da schaut auch schon einmal ein müder Indianer auf seinem Mustang in die Weite der Prärie und daneben blickt ein Weißkopfseeadler majestätisch.

 

Porträts in allen Variationen, symbolische und sakrale Ölgemälde und die Skulpturen von Christian Remchen. Kunst ist generationenübergreifend, zeitlos, animierend, fordernd, weckt Träume und lädt ihre Betrachter zu Reisen in die eigene Fantasiewelt ein. Kunst ist wie Musik und Musik kann Kunst sein und so passte am großen Vernissageabend, am „Tag der Arbeit“, ein Konzert mit „Michael Hilbel's Global Player“ und deren musikalische und vor allem friedvolle Revolution, perfekt. Indische Klänge trafen auf Drums, Bass und heiße Rhythmen, Klassik begegnete Reggae und Countrystile machte sich auf den Weg nach Fernost. Die Klänge von Michael Hilbel mit seiner Hybrid-Sitar, Alexander Vaymer mit Violoncello und Christian Back an den Drums gingen tief unter die Haut. Mit ihrem mitreisenden Spiel setzten die Großbardorfer ein dickes Ausrufezeichen hinter die Ausstellungseröffnung.